Die Shivalingams mit dem roten Markierungen werden nur im Narmada-Fluss in Zentral-Indien gefunden. Der Narmada-Fluss entspringt in über 3000 Meter Höhe im Vindhay-Gebirge in Zentral-Indien, fliesst nach Westen und mündet nach ca. 1.300 km im Bundesland Gujarat in das Arabische Meer. Der Narmada ist gemäss alter Guru-Tradition der heiligste der Flüsse. Ein Bad in ihm bringt Reinigung und Heilung. In der ayurvedischen Tradition werden Flüsse als Ausdruck weiblicher Energie betrachtet. In den kraftvollen Wassermassen des Narmada-Flusses werden Steine durch andauernde Rotation in die Phallusform des Shivalingams geschliffen. Gegebenenfalls wird die Form korrigiert, anschliessend werden die Shivalingams gemäss traditioneller Methoden gereinigt und poliert.
Das Berühren der roten und braunen Markierungen des Shivalingams kommt symbolisch dem Berühren des Flusses gleich. Es heisst, dass der Narmada ununterbrochen Prana-Energie (Lebensenergie) aussendet. Daher haben viele Yogis, Heilige und spirituelle Sucher (z. B. Bhrugu, Jamadagni, Lord Parshuram) seit ewigen Zeiten diesen Fluss ausgesucht, um durch Ausübung von Tapa (Mantrawiederholungen, Selbst-Diziplin, Reinigung) an seinen Ufern die Selbstverwirklichung zu finden.